08000 311 412

Alles rund um Ostern

Brauchtum, Tradition, Wissenswertes und Kulinarisches

Ostern als höchstes christliches Fest nimmt auch einen besonderen Platz im Brauchtum ein: Zu keiner anderen Zeit im Jahr ist es so vielfältig.

Palmsonntag

"Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt, im Namen des Herren“ – mit diesen Worten und mit Palmzweigen in der Hand begrüßten die Menschen Jesu beim Einzug in Jerusalem. So erzählt es uns die Bibel.
In Erinnerung daran werden am Palmsonntag im ganzen Land Palmzweige geweiht. Meist sind sie kunstvoll zu Buschen gebunden und mit bunten Bändern, teilweise auch mit bunten Eiern verziert. Vor allem in ländlichen Gebieten werden die Buschen später im Herrgottswinkel aufgestellt – sie sollen Segen über Haus und Hof bringen und vor Unwetter und Hagel schützen. Mit den Resten des Palmbesens aus dem Vorjahr werden nicht nur Feuer gemacht, sondern sie werden auch beim Weihbrotbacken und beim Kochen des Weihfleisches verwendet.

Der Palmsonntag steht damit nicht nur am Beginn der Karwoche, er ist auch der Auftakt zu einer Fülle von Bräuchen rund um Ostern.


Die Osterpinze

Der Ursprung der Pinze liegt in Italien. In der Region Venetien und Friaul ist die „Pinza“ vor allem als traditionelle Weihnachts- und Neujahrsspeise bekannt. Es ist überliefert, dass die Pinze von dort aus ihren Weg nach Graz fand, wo sie sich im Laufe der Zeit als Osterbrauch durchsetzte. Mittlerweile wird die Pinze in ganz Österreich als Ostergebäck verzehrt. Sie wird traditionell für die Fleischweihe am Karsamstag zubereitet, bei der alle Speise durch den Pfarrer gesegnet werden. Und auch auf dem österlich gedeckten Tisch darf das runde Gebäck mit dem Ei in der Mitte nicht fehlen. Das Ei steht übrigens für Reinheit und Fruchtbarkeit. Wird ein rotes Osterei in die Pinze gelegt, soll das Glück bringen.

Schon bei älteren Kulturen wurde im Frühling zu Ehren der wieder stärker werdenden Sonne Brote in Sonnenform gebacken. Aus diesen entstand womöglich auf die Form der uns heute bekannten Osterpinze. Der dreiteilige Einschnitt hat wiederum seine Ursprünge in der Religion. Man geht davon aus, dass die Form ein Zeichen für die göttliche Dreifaltigkeit (Vater- Sohn und Heiliger Geist) ist. Auch heute noch werden die Schnitte in die Teigballen mit einer Schere handgemacht. Daher auch der Name der Pinze, der sich im italienischen „pinza“ = Scherge, Zange ableitet.

Hier nun das Rezept der Ostpinze von Gästebetreuer Hans Toberer:

Gründonnerstag

Heute wird an das letzte Abendmahl von Jesus mit den zwölf Aposteln erinnert, am Vorabend seiner Kreuzigung. Dieser Tag ist der erste der drei Kartage. Der Tradition zufolge bringen Eier, die am Gründonnerstag oder Karfreitag gelegt werden, die sogenannten Antlass-Eier, besonders viel Segen.

Wie der Gründonnerstag genau zu seinem Namen kam, ist bislang ungeklärt. Dennoch gibt es verschiedene Theorien: Sowohl die im 15. Jahrhundert für das Christentum symbolische Farbe Grün kommt als Namensgeber infrage, aber auch die Theorie, dass der Name vom „greinen“ (büßen) kommt. Doch auch die Ernährungsweise könnte maßgeblich sein, denn Berichten zufolge wurde am Gründonnerstag vorwiegend grünes Gemüse oder Kräuter verzehrt.

Dass der Name eher vom „Weinen“ kommt liegt nahe, da jene Büßer, die auch als „Weinende“ bezeichnet wurden, an diesem Tag wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen wurden. Die landläufigen Deutungen in Hinsicht auf die Speisen sind jedoch einprägsamer und haben sich so in den Köpfen verankert, dass es in vielen Familien Brauch ist, am Gründonnerstag Spinat zu servieren.

Grüne Speisen stehen für den beginnenden Frühling, für das Wiedererwachen der Natur. Daher wurde traditionellerweise auch die Gründonnerstagssuppe bzw. die Unkrautsuppe gereicht.

Hier nun das Rezept dieser Suppe von Küchenchef Johann Pabst:

Karfreitag

Der Karfreitag ist im Zusammenhang mit Ostern für die Christen einer der höchsten Feiertage. An ihm gedenkt die Kirche des Kreuzestodes Jesu Christi in Erwartung seiner Auferstehung. Nach ihrem Glauben litt und starb Jesus als „Gottesknecht“ und nahm im Kreuzestod freiwillig die Sünde und Schuld aller Menschen auf sich. Durch Tod und Auferstehung Jesu wird allen Menschen erst Sündenvergebung und damit Errettung aus dem Tod und ewiges Leben zuteil.

Warum essen wir kein Fleisch am Karfreitag?
Die Tradition reicht bis ins 2. Jahrhundert zurück – und lässt sich leicht erklären: Damals konnten sich nur wenige Menschen Fleisch leisten. Die Zubereitung war demnach besonderen Freudenfesten vorbehalten. Und dazu gehört der Karfreitag nicht. An diesem Tag gedenken die Christen der Kreuzigung Jesus. Es geht um Trauer, Buße und Abstinenz. Statt Fleisch wird daher Fisch gegessen, das älteste Symbol und Erkennungszeichen für den christlichen Glauben.

Weihfeuer tragen

Schinken und Eier werden von allen in der Ost- und Südsteiermark teils noch auf geweihten Feuer gekocht: Kinder gehen am Karsamstag mit einem glosenden Schwamm oder Kohle von Haus zu Haus und bringen den Bewohnern das Feuer, das zuvor in der Kirche gesegnet wurde. Es soll Unheil abhalten. Auch das Holz im Herd wird damit entzündet.

Osterspeisen-Segnung

Die Osterspeisensegnung gehört in der Steiermark zu den beliebtesten Terminen im Kirchenjahr. Woher der Brauch aber tatsächlich kommt, darüber gehen die Meinungen auseinander.
Die Segnung der Osterspeisen kann bis ins 7. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Sie wird volkstümlich "Fleischweihe" genannt und gehört in vielen Orten Österreichs zu den bestbesuchten Gottesdiensten im Jahreslauf. Osterbrot (süßes Weißbrot, in manchen Gegenden in Form eines Kipfels), Schinken, Ostereier, Salz, Kren und Kräuter werden am Karsamstag in die Pfarrkirche, zu einer Kapelle oder einem Bildstock gebracht, wo sie nach einem Wortgottesdienst gesegnet werden. Die Osterspeisensegnung ist der fröhliche Abschluss der (früher fleischlosen) Fastenzeit, erinnert an die Mähler, die Jesus mit den Menschen hielt, ermuntert zum Lob Gottes und fördert Gemeinschaft und Gastfreundschaft.

Osterfeuer

In den Abendstunden werden dann im ganzen Land Osterfeuer entfacht – immer wieder mit der Flamme der Osterkerze, die zuvor geweiht wurde. Vorwiegend in der Südsteiermark werden dafür sogar eigene Holzkonstruktionen in Form von Kreuzen, Kelchen oder Christusmonogramme aufgestellt.
Die Osterfeuer/Frühlingsfeuer dienten zum endgültigen Austreiben des Winters, zum Begrüßen des Frühlings und der Sonne. Mit dem Feuer hoffte man auf gute Ernten.

Das gefärbte Osterei

Das wohl typischste Geschenk zu Ostern ist das Osterei. Das Ei gilt als Symbol für die Fruchtbarkeit, kunstgeschichtlich wird es als Zeichen für die Auferstehung angesehen.
Dass Eier zu Ostern in Bezug stehen, hat vermutlich mehrere Gründe. Einerseits mussten früher rund um Ostern die Zinseier (steuerliche Gebühren der Bauern) als Naturalabgabe an die Grundherren abgeliefert werden. Andererseits war die Freude über Eier am Ostersonntag immer sehr groß, nachdem es während der österlichen Fastenzeit neben dem Fleischgenuss auch verboten war, Eier zu essen.
Bei der Speisenweihe der Auferstehungsfeier sind auch Ostereier in den Weihkörben zu finden. Die übriggebliebenen Schalen der geweihten Eier vergrub man früher auf dem Acker, um den Ostersegen aus der Kirche für eine gute Ernte weiterzuleiten.
Die Tradition vom Eierfärben geht bis ins Mittelalter zurück. Gefärbt wurden die Eier bis ins 20. Jahrhundert hinein überwiegend nur in der Farbe Rot – die Farbe des Lebens und der Fruchtbarkeit. Eine pragmatische Theorie des Färbens von Eiern beruht darauf, dass während der Fastenzeit keine Eier gegessen werden durften. Um sie haltbar zu machen, wurden die Eier hart gekocht. Um diese später von den rohen Eiern unterscheiden zu können, wurden sie mit Pflanzenteilen eingefärbt.

Das Ei gilt seit Jahrtausenden als Sinnbild neuen Lebens und als Symbol der Fruchtbarkeit. Auch der Hase steht für Fruchtbarkeit, bekannt auch als Begleiter der Fruchtbarkeitsgöttin Ostara. Nach der eierlosen Winterzeit fangen die Vögel und Hühner wieder an, Eier zu legen – ein weiteres Zeichen, das der Frühling einzieht. Daraus entstand angeblich auch der Brauch des Eiersuchen. Da die Hühner damals frei herumliefen, legten sie natürlich auch ihre Eier irgendwo ab. Damit die Menschen die Eier nutzen konnten, mussten sie somit danach suchen.
Eine andere Annahme besagt, dass das Verschenken von Eiern eine heidnische Tradition zu Ostara war und von der Kirche unter Strafe gestellt wurde. Um nicht erwischt zu werden, wurden die Eier nicht mehr persönlich übergeben, sondern auf Feldern versteckt. Familie und Freunde mussten die Eier suchen gehen. So gesehen das, was wir heute auch noch zu Ostern machen.

Das Weihbrot

Zu den Osterspeisen gehört traditionellerweise auch das Weihbrot, welches noch gerne selbst gebacken wird.

Hier das Rezept von Gästebetreuer Hans Toberer: