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09.06.2016

Die Erdbeere

Die Königin des Gartens

von Küchenchef Johann Pabst

Juni ist Erdbeer-Zeit und ich bekomme diese wunderbare Frucht frisch vom Bauernhof Lang aus Leitersdorf direkt ins Hotel geliefert. Der Geschmack – frisch aus dem Garten - ist so intensiv und einfach ein Traum. Wir verwenden die Erdbeeren im Steirerhof ganz vielseitig – zur freien Entnahme im Obstraum, als Smoothie, als Marmelade, im Obstsalat und Joghurt und als wichtige Zutat bei unseren Desserts und Kuchen.



Was sind Erdbeeren genau?
Erdbeeren zählen zur Familie der Rosengewächse. Die vielen verschiedenen Erdbeersorten unterscheiden sich in Aussehen und Geschmack. Die kleine Walderdbeere hat ein besonders ausgeprägtes Aroma. Die Ananaserdbeere weist einen milderen Geschmack auf und ist sehr saftig. Bei den an der Erdbeeraußenhaut sichtbaren gelben Nüsschen handelt es sich um die Samen. Botanisch korrekt bezeichnet man daher die Erdbeere als Sammelnussfrucht.
Unreife Früchte erkennt man an grün-weißen Rändern. Sie sollten noch an der Staude gelassen werden, da sie nicht nachreifen. Überreife Früchte erkennen Sie an der matten Fruchthaut.
Erdbeeren aus heimischem Anbau sind von Mai bis August erhältlich.

Hat es Erdbeeren auch schon früher gegeben?
Ich habe natürlich einige intensivere Recherchen über die Erdbeeren angestellt und habe herausgefunden, dass aufgrund von archäologischen Funden Erdbeere schon in der Steinzeit bekannt war. Aus dem Mittelalter wurden hauptsächlich Walderdbeeren auf großen Flächen kultiviert. Erst in der Neuen Welt fanden französische Siedler entlang des Sankt-Lorenz-Stroms eine größerfruchtige wilde Art. Diese wurde im 18. Jahrhundert nach Europa als amerikanische Scharlach-Erdbeere eingeführt und zunächst vor allem in Botanischen Gärten kultiviert.
Um 1750 entstand in Holland die bis heute handelsübliche, großfruchtige Gartenerdbeere - infolge wiederholter, zufälliger Kreuzungen der kleinen Scharlacherdbeere aus Nordamerika mit der großfruchtigen Chileerdbeere. Im deutschsprachigen Raum werden bzw. wurden die besonders großfruchtigen Zuchtformen der Erdbeere auch als „Ananas“ bezeichnet, um sie von der Walderdbeere zu unterscheiden, während die richtige Ananas im Zuge dessen als Hawaii-Ananas bezeichnet wird.
Auch in der Malerei sind Erdbeeren ein häufiges Motiv. Sie sind durch ihre niedrige Wuchsform ein Symbol für Demut und Bescheidenheit, insbesondere als Attribut Jesu und, da sie zu den Rosengewächsen gehören, der Jungfrau Maria. Wegen der dreiteiligen Blätter galten sie als Symbol der Dreieinigkeit, die fünf Blütenblätter standen bereits im Mittelalter für die fünf Kreuzigungswunden Christi. Der nach unten hängende, rote Fruchtkörper wurde symbolisch als das vergossene Blut Christi und anderer Märtyrer gedeutet. Des Weiteren sind Erdbeeren die Paradiespflanze in der christlichen Kunst.

Erdbeeren in verschiedenen Variationen
Erdbeeren in verschiedenen Variationen
Erdbeeren und ihre Zubereitung
Erdbeeren können vielseitig verwendet werden, besonders gut schmecken sie aber frisch – gezuckert mit einer Portion Schlag und eventuell auch Vanilleeis! Hmmmm, da kann man einfach nicht widerstehen! Sie sind eine beliebte Zutat in Fruchtsalaten oder Obstkuchen und das feine Aroma passt hervorragend zu Milchprodukten wie Buttermilch, Joghurt, Sauerrahm oder Topfen und natürlich Eiscreme. Erdbeeren harmonieren gut mit anderen Früchten wie z.B. Him-, Brom- und Heidelbeeren sowie Bananen und Rhabarber. Im Sommer werden sie auch gerne für Bowle und Cocktails verwendet.
Erdbeeren lassen sich auch leicht verarbeiten, z.B. zu Püree, Kompott, Gelee oder Marmelade. In eingekochter Form können sie lange gelagert werden.
Ich persönlich finde die Kombination von mildem Pfeffer und dunklem Balsamicoessig zusammen mit den Erdbeeren sehr spannend.

Erdbeeren lassen sich generell schlecht lagern. Am besten werden sie trocken geerntet und ungewaschen an einem kühlen Ort abgedeckt verwahrt. Im Gemüsefach halten sie zwei bis drei Tage. Eingefroren, eingekocht oder getrocknet lassen sie sich länger lagern. Schimmelige oder faulige Früchte sollten unbedingt entfernt werden.
Erdbeeren reagieren empfindlich auf Druck und lassen leicht Saft. Sie sollten daher in geeigneten Behältnissen gepflückt und gelagert werden.
Ein Tipp von mir: Da sich Erdbeeren leicht ansaugen und matschig werden, sollten sie beim Waschen nicht lange im Wasser liegen – nur kurz und vorsichtig im Ganzen und mit Stielen sowie Kelchblättern waschen.

Erdbeeren sind äußerst gesund!
Sie haben aufgrund ihres hohen Wassergehalts nur sehr wenig an Kalorien. Mit 62mg/100 g enthalten sie mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Erdbeeren liefern auch reichlich Betakarotin, Vitamin B1 und B2. Besonders hoch sind auch der Gehalt an Folsäure, Kalium, Phosphor, Eisen, Magnesium und Kalzium. Sie sind zudem reich an den antioxidativ wirkenden Polyphenolen. Erdbeeren gelten aufgrund ihrer Inhaltsstoffe während der Schwangerschaft als besonders geeignetes Nahrungsmittel.

Hier nochmals meine liebsten Erdbeer-Rezepte:

Die Königin des Gartens ist eine wahre Vitaminbombe, die von Ende Mai bis August nicht aus der Steirerhof-Patisserie wegzudenken ist. Auch in unserem ganztägig geöffneten Obstraum befindet sich immer eine große Schale frischer Erdbeeren! Im Steirerhof sind Vitamine den ganzen Tag erhältlich!

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Nachkochen meiner liebsten Erdbeer-Gerichte.

Ihr Johann Pabst